900 Millionen Menschen fragen jede Woche eine KI statt Google. Und die Zahl wächst.
Noch vor drei Jahren war ChatGPT ein Experiment. Ein Chatbot, den neugierige Technikbegeisterte ausprobiert haben. Heute hat die Plattform über 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Das ist mehr als die gesamte Bevölkerung Europas. OpenAI selbst spricht davon, bis Ende 2026 die Marke von einer Milliarde wöchentlichen Nutzern zu durchbrechen, und damit das am schnellsten wachsende Konsumentenprodukt der Geschichte zu werden.
Quelle: OpenAI, Februar 2026; TechCrunch, 2026
Wie Menschen die KI wirklich nutzen
Restaurant für heute Abend, Handwerker für die Steckdose, Hotel für den nächsten Kurztrip: Fragen, die früher automatisch bei Google landeten, stellen viele heute zunehmend direkt einer KI. Die Antwort kommt schneller, wirkt persönlicher – und nennt nur sehr wenige Namen.
Die Größe allein erzählt nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte ist, wie Menschen diese KI nutzen. Fast die Hälfte aller ChatGPT Anfragen sind Wissensfragen: Empfehlungen, Erklärungen, Vergleiche, Ratschläge. Laut einer internen Studie von OpenAI, die 1,5 Millionen Konversationen analysiert hat, fallen 49 Prozent aller Nutzung in die Kategorie „Fragen stellen" und weitere 40 Prozent in die Kategorie „Aufgaben erledigen", zu der auch Recherche gehört.
Das sind keine abstrakten Zahlen. Das sind echte Menschen, die früher Google geöffnet hätten und jetzt einer KI vertrauen. Und diese KI nennt bei jeder Antwort nur wenige Namen.
Quelle: OpenAI, Mai 2025
Google reagiert, indem es selbst zur KI wird
Google sitzt nicht tatenlos da. Im Gegenteil. Das Unternehmen baut seine Suche in atemberaubendem Tempo um. Die AI Overviews, also KI generierte Zusammenfassungen über den Suchergebnissen, erscheinen mittlerweile bei knapp der Hälfte aller Suchanfragen und erreichen monatlich 1,5 Milliarden Nutzer in über 200 Ländern. Google selbst hat auf der I/O Konferenz 2025 angekündigt, dass der sogenannte AI Mode die Zukunft der Suche darstellt.
Was das für Webseitenbetreiber bedeutet, ist schmerzhaft konkret. Die Pew Research Foundation hat im März 2025 das Suchverhalten von 900 US Amerikanern analysiert und festgestellt: Wenn eine KI Zusammenfassung erscheint, klicken nur noch 8 Prozent der Nutzer auf ein klassisches Suchergebnis. Ohne KI Zusammenfassung sind es 15 Prozent. Und 26 Prozent der Nutzer beenden ihre Sitzung komplett, nachdem sie die KI Antwort gelesen haben, ohne überhaupt zu scrollen.
Quelle: Google I/O 2025; Advanced Web Ranking, 2026; Pew Research Center, Juli 2025
Der Traffic wandert, aber er verschwindet nicht
Es wäre ein Fehler, diese Entwicklung als Untergang zu lesen. Der Traffic verschwindet nicht. Er wandert. Und wer versteht, wohin er wandert, kann davon profitieren.
Besucher, die über KI Plattformen wie ChatGPT auf eine Website kommen, konvertieren deutlich besser als klassischer Suchtraffic. Die Conversion Rate bei ChatGPT Besuchern liegt bei 14 bis 16 Prozent. Bei Perplexity sind es rund 10 Prozent. Klassische Google Suchergebnisse liegen meist unter 3 Prozent.
Das ergibt Sinn, wenn man darüber nachdenkt. Jemand, der eine KI nach einer konkreten Empfehlung fragt und dann auf Ihre Seite klickt, hat eine klare Kaufabsicht. Diese Person wurde bereits vorqualifiziert, durch die KI, die Ihr Unternehmen empfohlen hat.
Quelle: Growth Engines, 2026
Was das für Sie bedeutet
Die Frage ist nicht, ob sich die Suche verändert. Die Frage ist, ob Ihr Unternehmen vorbereitet ist.
Gartner prognostiziert einen Rückgang des klassischen Suchvolumens um 25 Prozent bis Ende 2026 und um 50 Prozent bis 2028. Das ist keine Panikmache. Das ist eine nüchterne Analyse eines der weltweit angesehensten Analysehäuser.
Gleichzeitig gibt es in Deutschland bislang kaum Unternehmen, die sich aktiv auf diese Verschiebung vorbereiten. Das bedeutet: Wer jetzt handelt, hat einen Vorsprung. Nicht für Wochen, sondern für Jahre. Denn KI Systeme bauen Vertrauen über Zeit auf. Wer heute anfängt, seine digitale Präsenz für KI Sichtbarkeit aufzubauen, wird in den Empfehlungen der Zukunft fest verankert sein. Wer wartet, wird kämpfen müssen, um aufzuholen.
Quelle: Gartner, 2024
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